wohl der Kirchgang an. So gingen wir zur katholischen Kirche, obwohl
wir beim betreten nicht ganz sicher waren, ob wir nicht
fälschlicherweise in die Orthodoxe gestolpert sind. Der Innenraum
mutete doch stark einer orthodoxen Kirche an. Es gab eine Ikonenwand
und zwischen Kirchenschiff und Altarraum war eine Trennwand gezogen.
Zudem sang durchweg ein Chor und es wurde reichlich Weihrauch
geschwenkt. Vorallem aber die arabische Sprache machte den
Gottesdienst so besonders und verlieh ihm einen orientalischen Charm.
Besonder interessant war , dass sowohl Brot als auch Wein beim
Abendmahl verteilt wurden und das Frauen und Männer getrennt saßen,
wobei dies ,wie mir später erzählt wurde, reiner Zufall war.
Eigentlich wollte Victoria uns begleiten, damit wir danach gleich
nach Nazareth fahren hätten können , sie sagte aber ab und so
schwebten wir, nachdem das letzte Amen gesungen war, in einer
Weihrauchwolke zum Haus von Achsan um nach Victoria zu sehen.
Angekommen wurden wir gleich zum Mittag eingeladen. Wir haben uns nun
schon daran gewöhnt und trainieren fleißig das arabische
Gesellschaftsspiel " unangekündigt zu Besuch kommen und dann
durchfressen". Während des Essens war dies das große Thema und wir
stellten erneut fest, dass die deutsche Gastfreundlichkeit völlig
kontra der Arabischen läuft. Der eine fühlt sich unwohl, wenn sein
Gast dankend Angebote ablehnt, der andere ebenso, wenn sein Gastgeber
ihn mit Angeboten überschüttet.
Nachdem vorzüglichen Mahl war es dann auch schon höchste Zeit nach
Nazareth aufzubrechen. Victoria blieb auf Grund von Müdigkeit und
einer anderen Einladung in Eilaboun.
Wenn man seine Ruhe haben will, so ist der Sonntag eine gute Zeit die
Heimatstadt Josephs zu besuchen, denn der Markt um die
Verkündigungskirche ist dann geschlossen. Da sowohl Fabian als auch
ich schon einmal in der Stadt waren und das meiste schon kannten
versuchten wir ein paar alternative Routen durch den alten Stadtkern
zu finden. Wir gelangten nach einen längeren Aufstieg zu einer Kirche
die als einziges auf dem Berge thront und genossen den wunderbaren
Ausblick über die ganze Stadt. Schön zudem waren die vielen
Hochzeiten, die wir beobachten konnten.
So weit so gut. Ein sehr entspanter Tag neigt sich dem ende entgegen
und morgen dürfen wir wieder die Touristenrollen ablegen und uns
unserer Eigentlichen Aufgabe zuwenden. Sharafna
--
Gesendet von meinem Mobilgerät
Hallo Großer. Du wirst doch nicht nach Hause kommen und ein paar Kilo mehr auf die Waage bringen? Das wäre ja super.Ich hoffe du machst bei der Hitze nicht schlapp. Eine Woche ist rum, bin auf eure neuen Berichte gespannt.
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