Samstag, 14. August 2010

Krieg ...

... ich deine E-mail-Adresse, hörten wir auf dieser Reise wohl öfters.
Aber das war es. Jetzt ist es vorbei. Wir kommen zurück in das kühle
Deutschland. Für alle die den Blog verfolgt haben, sei aber noch
gesagt, dass wir versuchen werden die fehlenden Einträge zu Jerusalem
und Tel Aviv im Nachhinein einzutragen. Es war uns hier nicht möglich
diese zu verfassen. Wer Fotos sehen und persönliche Berichte hören
will, der kann uns jeder Zeit in der Kurfüstenstraße besuchen kommen.
Schöne Grüße und trockene Füße euch allen.
heiko

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Mittwoch, 11. August 2010

Haifa

Meine Lieblingspfarrerin der American Church haette zu diesem Trip wohl so viel gesagt wie: "Traveling is like a rolercoaster" und Forest Gump uns eine Schachtel Prallinen vor die Nase gehalten. Aber egal ob flauer Magen auf Grund einer Achterbahnfahrt oder wegen zu viel Suesskrams unser Trip nach Haifa war jedenfalls recht abwechslungsreich. Zuerst begann er recht stressig, da wir laengere Zeit keinen Bus am Horizont sehen konnten. So entschieden wir uns drei (der Fabian, der Heiko und die Victoria) mal ganz gewagt ein wenig per Anhalter zu fahren. Nach einer kleinen Weile, in dem wir mit unserem Zeigefinger auf die Strasse deuteten, das typische, israelische Zeichen fuer Trampen, wurden wir von einem netten Araber zu gepriesenen Golani-Junction gefahren und nahmen von dort aus den Bus vorerst nach Nazareth, da wir Tori, welche bis dato kaum aus Eilaboun herausgekommen war, versprochen hatten ihr etwas von den Sehenwuerdigkeiten in Israel zu zeigen.
Also, ging es erneut zur Verkuendigungskirche. Dies hatte aber nicht nur den Vorteil, das ich ein wenig Reisefuehrer heraushaengen lassen konnte, sondern auch, dass wir zufaelligerweise an der Bushaltestelle nach Haifa Elyza und Joe trafen. Wir tauschten uns ein wenig ueber die letzten Tage aus und entschieden , das wir gemeinsam den Abend bei einem Glas Bier ausklingen lassen wuerde.

Kommen wir zu Haifa. Was fuer eine schoene Hafenstadt, rund herum um den Berg Carmel. Am Hafen angekommen, liefen wir zuerst zum Kulturzentrum Beit Ha Gefen, welches leider geschlossen war, aber wenn ihr da mal zufaellig vorbeikommt, auf jedenfall einen Besuch wert ist, da es eine der wenigen arabischen Bibliotheken beherbergt. Weiter ging es zu dem wunderbaren Garten der Ba'hai und durch die Deutsche Kolonie, welche die einzige gerade Strasse der Stadt besitzt, zur Hoehle von Elia. In dieser Trafen wir nicht nur Juden sondern ebenso auch Muslime und Christen, da es fuer alle drei Religionen als Heiligtum zaehlt.
Am Abend nach unserer kleinen Bierrunde kamen wir dann irgendwie wieder in Eilaboun an.

So bis dahin die Zeit draengt, da ich in diesem I-Net-Cafe keine Zeit mehr habe ...

Shalom, Salam und auf Wiedersehen

Heeko

Tzfad (Safed)

Am Sonntag fuehrte unser Weg nach Safed, eine der heiligen Staedte des Judentums.
Auf der dortigen Zitadelle begruesste uns eine Audio-Saeule mit pathetischen Wortsalven ueber den glorreichen Sieg ueber die unglaeubigen Araber im '48er Krieg.
Die Altstadt ist ausgesprochen pittoresk.
In den schmalen Gassen, die sich elegant um den Berghain winden, finden sich unzaehlige Ateliers von lokalen Kunstschaffenden. Ein Thema was von ihnen dabei gerne verarbeitet wird ist die religioese Mystik der Kabbalah, dessen Zentrum Sfad ist.
Ein besonderes Schmankerl sind die einzigartigen Synagogen der Stadt, die man schon von Weiten an den davor installierten CocaCola-Automaten erkennt.
Aber im Ernst, die Stadt ist wirklich schoen, hat mir bisher am besten gefallen.
Auf der Strasse haben kleine juedische Kinder mit Kippa und Schlaefenlockchen mit Luftballons gespielt.
Cute!!!!!

Inzwischen waren auch die neuenVoluntaere, quasi unsere Nachfolger in Eilabun angekommen.
Mit einem waschechten Englaender (ein angenehmer Zeitgenosse mit herrlichem Akzent...) und einem Amerikaner (Army-Typ) teilten wir uns fuer die letzten Naechte die neue Unterkunft. Interessante Leute.

Auf bald!
Fabian

Dienstag, 10. August 2010

So,
Samstag war der letzte Tag unseres Programms als Voluntaere in Eilaboun. Wir machten einen Ausflug nach Ba'aram, ein arabisches Dorf an der Grenze zum Libanon, das 1948 von der israelischen Armee zerstoert wurde und dessen Einwohner vertrieben wurden. Viele hunderte andere Doerfer teilten das gleiche Schicksal. Bilder dazu im letzten Eintrag.
Leider mussten wir unsere Gastfamilie vor kurzem verlassen, da eine Kolonie von Floehen mit uns Freundschaft schliessen wollte.
Am Sonntag und Montag besuchten wir Safed und Haifa. Mehr dazu im naechsten Eintrag.
Bis dahin!
Gesunde Gruesse...

Donnerstag, 5. August 2010

Ukulelengefluester

Unsere Arbeit besteht zurzeit darin ein altes arabisches Haus zu neuem Leben zu erwecken. von innen hat es ein graziles Gewoelbe dessen robuste Steinformationen wir wieder freilegen. Es soll in Zukunft als Kulturzentrum genutzt werden.
Den groessten Teil des Tages haben wir gestern an einem gar zauberhaften Strand suedlich von Haifa verbracht. Das Rauschen der Wellen und die frische Luft waren Balsam fuer die Seele. Wir sassen noch bis tief in die Nacht am Strand, haben Argila geraucht und gute Gespraeche geknuepft. Am Ende habe ich noch meine Ukulele ausgepackt und ein paar Lieder von Beirut zum Besten gegeben. Den Bandnamen fanden die Araber besonders lustig.

Fuer heute war eigentlich ein Ausflug nach Nablus in die Westbank geplant. Leider ist das kurzfristig ausgefallen, da die Kontaktperson festgenommen wurde.
Dafuer waren wir dann am See Genetsareth und haben uns die verschiedenen Orte angeschaut, an denen Jesus einst gewirkt hat.
Heute wurde ich von einem Nigerianer gefragt ob Hitler mein Bruder sei, nachdem ich ihm meine Herkunft verriet. Seltsame Menschen gibt es hier.
Aber auch umso freundlichere hier in unserem Heimatdorf Eilaboun.

Liebe Gruesse an alle die mich kennen!

Mittwoch, 4. August 2010

Deutsche Probleme

Es sind zwei weitere Tage in diesem wunderbaren Land vergangen. Leider
haben wir es zeitlich nicht geschafft aus Eilaboun herauszukommen,
doch es sind auch ohne weite Reisen interessante Sachen passiert.
Gestern wurden wir von einer muslimischen High School Lehrerin besucht
(ihr Name war glaube ich Fatha). Sie besuchte uns mit ihren 5 kleinen
Cousinen und Cousins, welche auf den zuletzt geposteten Bildern zu
sehen sind. Für mich war das Gespräch mit ihr eine völlig neue
Erfahrung, da sie sehr offen über sich und ihren Glauben sprach und
die erste Muslime war, mit der ich mich auf Grund ihres sehr guten
Englisch ausgiebig unterhalten konnte. Sie ist die Tochter eines
arabischen Kommunisten und konvertierte eigenständig zum Islam,
weswegen sie wohl auch eher liberal zu manchen Themen steht. Für sie
sind die Selbstmordattentäter keine Helden und die Taliban
Terroristen. Ihr Mut beeindruckte mich am meisten. Sie hat einen
Vergewaltiger hinter Schloss und Riegel gebracht, welcher sich an
seiner ganzen Familie vergriffen hatte und ein früherer Arbeitskollege
in Jerusalem war. Bei der Arbeit trafen wir noch einen weiteren
Muslimen. Mohammed, welcher in Deutschland Zahnmedizin studiert hatte
von uns gehört und wollte uns einladen unter der Woche mal bei ihm
vorbei zu schauen. Mit seiner Hilfe gelang es mir den Kinder zu
erklären, dass Road Colour nicht unbedingt so gut für Hosen und
T-shirts geeignet ist und sie uns nicht helfen brauchen. Unsere Arbeit
bestand daraus, die Straßenrandsteine neu zu bemalen.
Als Belohnung für ihre Hilfe gab es für alle Eis. Es war wirklich toll
zu sehen, wie diese kleinen Kinder so viel Spaß beim Malern hatten.
Am Abend waren wir erneut zu Gast bei Ruan, der Tochter von Achsan.
Wir sprachen über vieles , wobei sie mir ähnlich wie Slamen von ihren
Problemen gegenüber der Identifikation mit dem Staat Israel
berichtete. Es ist für die Jugend hier eine schwere Bürde nicht zu
wissen wo man so recht hingehört. Israel sichert den Arabern zwar
gesetzlich alle rechte zu, doch gesellschaftlich werden sie von der
überwiegend jüdischen Bevölkerung kaum angenommen. Das große Teile der
arabischen Bevölkerung ihren eigenen Staat haben wollen, ist bei
dieser Situation verständlich, denn man kann in vielen Fällen von
rassistischer Diskriminierung sprechen. Doch wieso erwähne ich das?
Das dies hier Fakt ist, weiß wohl jeder. Vielleicht ist der Grund, das
es besonders einem Deutschen schwerfällt von Rassismus in Israel zu
sprechen. Gefördert wird zudem das gegenseitige Unverständnis, wohl
vorallem auf Grund der getrennten Siedlungsbereiche. In Haifa leben
zwar ebenso viele Araber wie Juden, doch lebt man lieber nebeneinander
her als miteinander. So ist es in der Stadt und so ist es auch auf dem
Land. In der Nähe von Eilaboun gibt es neben mehrerm anderen
arabischen Dörfern eben auch rein jüdische Siedlungen.
Aber natürlich redeten wir nicht nur über Probleme, sondern auch über
alltägliches in unseren Ländern. Alles in allem ein
abwechslungsreicher Tag.
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Sonntag, 1. August 2010

Vier Kirchen und eine Hochzeit. .

Heute war Sonntag und wie es zu einem guten Christen gehört steht da
wohl der Kirchgang an. So gingen wir zur katholischen Kirche, obwohl
wir beim betreten nicht ganz sicher waren, ob wir nicht
fälschlicherweise in die Orthodoxe gestolpert sind. Der Innenraum
mutete doch stark einer orthodoxen Kirche an. Es gab eine Ikonenwand
und zwischen Kirchenschiff und Altarraum war eine Trennwand gezogen.
Zudem sang durchweg ein Chor und es wurde reichlich Weihrauch
geschwenkt. Vorallem aber die arabische Sprache machte den
Gottesdienst so besonders und verlieh ihm einen orientalischen Charm.
Besonder interessant war , dass sowohl Brot als auch Wein beim
Abendmahl verteilt wurden und das Frauen und Männer getrennt saßen,
wobei dies ,wie mir später erzählt wurde, reiner Zufall war.
Eigentlich wollte Victoria uns begleiten, damit wir danach gleich
nach Nazareth fahren hätten können , sie sagte aber ab und so
schwebten wir, nachdem das letzte Amen gesungen war, in einer
Weihrauchwolke zum Haus von Achsan um nach Victoria zu sehen.
Angekommen wurden wir gleich zum Mittag eingeladen. Wir haben uns nun
schon daran gewöhnt und trainieren fleißig das arabische
Gesellschaftsspiel " unangekündigt zu Besuch kommen und dann
durchfressen". Während des Essens war dies das große Thema und wir
stellten erneut fest, dass die deutsche Gastfreundlichkeit völlig
kontra der Arabischen läuft. Der eine fühlt sich unwohl, wenn sein
Gast dankend Angebote ablehnt, der andere ebenso, wenn sein Gastgeber
ihn mit Angeboten überschüttet.
Nachdem vorzüglichen Mahl war es dann auch schon höchste Zeit nach
Nazareth aufzubrechen. Victoria blieb auf Grund von Müdigkeit und
einer anderen Einladung in Eilaboun.
Wenn man seine Ruhe haben will, so ist der Sonntag eine gute Zeit die
Heimatstadt Josephs zu besuchen, denn der Markt um die
Verkündigungskirche ist dann geschlossen. Da sowohl Fabian als auch
ich schon einmal in der Stadt waren und das meiste schon kannten
versuchten wir ein paar alternative Routen durch den alten Stadtkern
zu finden. Wir gelangten nach einen längeren Aufstieg zu einer Kirche
die als einziges auf dem Berge thront und genossen den wunderbaren
Ausblick über die ganze Stadt. Schön zudem waren die vielen
Hochzeiten, die wir beobachten konnten.
So weit so gut. Ein sehr entspanter Tag neigt sich dem ende entgegen
und morgen dürfen wir wieder die Touristenrollen ablegen und uns
unserer Eigentlichen Aufgabe zuwenden. Sharafna

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Zockerzitty bdoun Zucker

Die letzten Tage fahr es tierisch heiss, ueber 40 Grad. Deswegen haben wir die meiste Zeit mit der Jugend hier abgehangen und waren gestern den halben Tag im Pool. Dabei haben wir festgestellt, das diese weitaus bessere Deutsche als wir abliefern wuerden. Sie trinken mehr Bier, essen mehr Fleisch, spielen besser Fussball, und hoeren stupidere Musik als wir (z.B. "Hey was geht ab", und "Allein in Amsterdam"). Das kommt daher, das einige von ihenen schon mal laengere Zeit in Alemania waren, oder wie Andjad auch dort leben. Er macht eine Ausbildung zum Physiotherapeuten in Leipsch.
Generell ist fuer sie hier zu wenig los, weswegen sie so verrueckt auf Sport sind und z.B. staendig den Highschool-Volleyball-Cup von ganz Israel gewinnen.
Ausserdem lernen wir langsam die arabische Gastfreundlichkeit zu schaetzen. Auch wenn wir nur mal kurz was fragen wollen, sitzen wir im naechsten Moment schon am reich gedeckten Tisch...so laesst es sich leben.

Jallah, jallah!!