zwei Tage sind wie Sand zwischen den Fingern zerronnen und wir haben
viel erlebt. Gestern renovierten wir ein wenig das Gemeindezentrum und
begutachteten den örtlichen Friedhof, wobei unterwegs zu diesem,
Achsan uns mehr vom Massaker in Eilaboun erzählte. Wir begutachteten
den Platz an dem das Massaker stattfand. Vielleicht werde ich später
nochmal einen extra Eintrag zu diesem Thema verfassen. Eilaboun, das
Dorf mit den wohl freundlichsten Menschen die ich je in Israel
kennengelernt habe, hat aber nicht nur alte Narben sondern auch eine
schleichende Krankheit, welche auch Guben heimsucht. Die meisten
jungen Menschen verlassen den Ort um in anderen Ländern zu studieren.
Achsan sieht große Probleme herannahen, wenn er über Eilaboun in 50
Jahren nachdenkt. Die Christen hier stellen eine Minderheit unter
einer Minderheit dar. Von den Juden werden sie als Araber mit vielen
Schikanen belegt und für die Moslems sind sie Verräter und
Unterstützer der Usa. Da unter diesen Bedingungen es kaum Möglich ist
einen ordentlich Job zu bekommen zieht es eben immer mehr weg aus
Eilaboun und weg aus Israel und so schrumpft die Dorfgemeinschaft
langsam aus ihrer Sicherheit heraus.
Doch kommen wir wieder zu unserer Gegenwart. Am Abend des gestrigen
Tages durften wir einer Hochzeitsparty beiwohnen. Man muss dazu
erwähnen, das hier Hochzeitsfeiern stets eine Woche andauern und am
Ende in einer Feier mit 400 bis zu 1000 Gästen endet. Ich glaube
langsam, das diese Woche genutzt wird um sich klar zu machen, wen man
neben seiner Geliebten oder seines Geliebten noch so mitheiratet. Der
Abend war jedenfalls sehr lustig und wir tanzten eine Menge zu
arabischer habibi Musik.
Heute arbeiteten wir wieder in der Schule. Nachdem wir mehrere
Pflanzen von Geröll befreit hatten, gab es lecker Reis^^ und nette
Geschichten aus der Bronze von unserer neuen Mitstreiterin Victoria.
Danach gab es dann für uns alle unseren ersten Arabischunterricht. Man
glaubt garnicht wie viele unterschiedliche Laute ein Mensch
produzieren kann. Nachdem wir genug herum gezischt hatten machten wir
uns zum Appartment der Amerikaner auf um dort von aus zu einer kleinen
Party zu gehen.
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Gesendet von meinem Mobilgerät
Schön wie ihr dort aufgenommen werdet. Man kann nur staunen. Gott sei Dank brauchten wir nicht eine ganze Woche um zu heiraten. und auch unsere Gäste blieben im erschwinglichen Rahmen. Viel Spaß noch euch beiden.
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